Helden sterben früh
Helden der Menschheit, um mal diesen durchaus pathetischen Ausdruck zu gebrauchen, zeichnen sich meist durch mindestens eine Gemeinsamkeit aus: Sie sterben früh und plötzlich, (zumindest in den Augen der Außenstehenden). Und doch genau dieser Umstand macht Sie zu Helden und lässt Sie in den Augen vieler unsterblich werden.
Was ist nun eigentlich ein Held. Wikipedia definiert Held als eine Person (zumeist auch männlich in dieser unserer patriarchalischen Welt), der ausgestattet mit besonders herausragenden Fähigkeiten oder Eigenschaften, er vermag besonders herausragende Leistungen zu voll bringen, sog. Heldentaten. „Ein Held setzt sich uneigennützig für eine Sache ein und ist dabei bereit, Opfer zu bringen und sein eigenes Leben einzusetzen, wobei er eine Vorbildfunktion erfüllt, mutig und willensstark ist. Generell dürfte aber gelten, dass der Heldenruhm eine Frage der Anschauung und nicht der Idee ist…[...]“ berichtet Wikipedia dann weiter.
Das interessante am Heldentum ist im Grunde, dass man in vielen Fällen den Spieß sogar umdrehen müsste, und sagen könnte, sie werden als Helden bezeichnet, weil sie früh und plötzlich sterben. Menschen wie Michael Jackson oder Elvis Presley hinterlassen nach Ihren Tod eine aktive Fan-Gemeinde. Sie gehen plötzlich und verwandeln sich quasi in Märtyrer.
Man könnte annehmen, dass Sie auch Helden geworden wären, wenn sie normalen Alters gestorben wären, allerdings dann wohl eher als „historische“ Helden und nicht als Helden der Massen.
Der besondere Unterschied besteht darin, dass die einen, die „historischen“ Helden ein ganz andere Außenwahrnehmung genießen würden. Sie wären in einem historischen Kontext „gefangene“ Helden, einer von Historikern geschriebenen Geschichte.
Anders der Held der Massen, der unmittelbar für eine große Gruppe von Menschen als Held zu identifizieren ist. Der maßgebliche Grund besteht im „Unmittelbaren“: Menschen, vor allem bekannte und verehrte Musiker oder Filmschauspieler, hinterlassen eine aktive Fan-Gemeinde und einen aktiven Kult, der sich bei den Massen in pure Verzweiflung über das plötzliche Ableben ihres Idols äußert und in Glorifizierung, Mystifizierung – letztendlich in der Kreation eines Helden mündet.
Helden sterben früh, sonst wären sie wohl auch keine Helden, die meisten jedenfalls nicht, denn nur die allerwenigsten können ihren Glanz und ihre Ausstrahlung bis ins hohe Alter für die Massen aufrechterhalten.
„Der Tod ist ein Problem der Lebenden“ (Norbert Elias), so müssen Angehörige und Freunde, Fans und Verehrer damit fertig werden, dass ein Mensch, in Ihren subjektiven Augen gesehen viel zu früh gestorben ist, ohne seine Werk vollenden zu können. Aber genau diese Unvollkommenheit, dieses nicht „beenden-können“, macht Menschen unsterblich und zu Helden. Sie werden zum Messias, der all Ihr Leid auf sich genommen hat und für die Welt und seiner Anhänger gestorben ist.

