Das sich das Verhältnis von Fakten und Interpretationen als eines der Kernprobleme der Geschichtstheorie und vor allem als ausschlaggebender Punkt erweist, wenn es um die Konstruktion der Geschichte durch Sprache geht, lässt sich auch am folgenden Beispiel festmachen. Ein und dasselbe Ereignis z.B., beinhaltet mitunter unterschiedliche Fakten (Tatschen). Beispielsweise ist es eine Tatsache das Ludwig XVI 1793 starb und es ist eine Tatsache, dass er hingerichtet wurde. Die Tatsache ist unumstritten, allerdings zeigt sich in der Sprache eine Spezifizierung, die für die Geschichte von großer Bedeutung ist und die nur durch die Sprache vermittelt werden kann. Es offenbart sich, dass der Begriffsrahmen eine völlig andere Ansicht eines Ereignisses liefern kann. Diesem Beispiel folgend, ist Ludwig XVI nicht nur gestorben, sondern er wurde auch hingerichtet. Das Ereignis ist in der Wirklichkeit präsent, erhält aber durch die Sprache eine ganz andere Wirklichkeit. In der Sprache liegen mehrere Wahrheiten verborgen, die auf unterschiedliche Wirklichkeitsauffassungen hindeuten (E.H. Carr).
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Chris Lorenz hat probiert das Problem, oder besser gesagt den Fakt, dass die Geschichte eine sprachlich konstruierte ist, in ein Schema zu packen. Gemäß Chris Lorenz hat man ein Ereignis, zu welchem es eine Quelle gibt. Diese Quelle ist bereits eine Konstruktion, eine Konstruktion von demjenigen, der diese Quelle „verfasst“ oder mündlich weitergegeben hat. Der Augenzeuge betrachtet ein Ereignis nach gewissen Gesichtspunkten, aus einer bestimmten Perspektive heraus. Das Problem ist demnach, dass jeder Autor bereits eine „Übersetzung“ mitliefert, da er ein Ereignis nur unter bestimmten Gesichtspunkten betrachtet. Der Historiker bearbeitet demnach eine schon vorinterpretierte Quelle und versucht an dieser herauszufinden und darzustellen, wie sich die Geschichte wirklich abspielte. Er rekonstruiert das Ereignis und versucht es rekonstruiert darzustellen.
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Ein wichtiger Punkt, mit dem sich Historiker auseinander setzen müssen, wenn sie sich mit Geschichtstheorie beschäftigen ist, dass die Geschichte immer eine Konstruktion darstellt, die durch unsere Sprach- und Begriffswelt zustande kommt. Wir nehmen die Welt größtenteils durch Sprache wahr oder besser gesagt durch unseren „begrifflichen“ Rahmen. Wir konstruieren uns eine/unsere Wirklichkeit und damit auch die Vergangenheit als eine gewissermaßen „gewesene Wirklichkeit“. Was ist also eine Konstruktion und was macht eine Konstruktion der Geschichte zu einer Konstruktion der Geschichte durch Sprache?
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Eine Reaktion zu einem Kommentar (Jan) zum Artikel Independence Day – B-Movie erster Klasse.
Hab Dank für dein Kommentar und hier postwendend die Antwort:
Nein, er hat nicht direkt gesagt, dass er aus bestimmten Gründen einen jüdischen und schwarzen Hauptcharakter gewählt hat. Für einiger Filmwissenschaftler und Filmkritiker, schien allerdings letztendlich die Konsequenz des Erfolgs dieses Films auch darin zu bestehen, dass exakt diese Charaktere gewählt wurden. Sehr schön zeigt sich generell in diesem Film, wie scheinbare Außenseiter respektive Randgruppen der Gesellschaft in Amerika (aber auch in Europa), die entscheidenden Akzente in der Geschichte setzen. Zu nennen sind nicht nur die beiden Hauptdarsteller Will Smith und Jeff Goldblum, auch z.B. der ausrangierte Vietnam Veteran und Alkoholiker, verkörpert von Randy Quaid und letztendlich die Rettung der Welt einleitet.
Roland Emmerich hat die Hauptcharaktere nicht bestimmt. Die Story stammt aus einem Roman, aus dem Jahr 1951 und würde nicht wesentlich verändert. Umso interessanter, dass er nicht wie ein typischer 50er Alien- Invasionsfilm wirkt. Ich glaube das kann man gut und gerne der Technik (Spezial Effekts) zu schreiben.
Was wirklich ein Unterschied zu damaligen Alien- Invasionsfilmen darstellt ist, wie du bereits bemerkt hast, der subtile Humor. Auf die scheinbare Zerstörung der Welt und den sicheren Tod, wurde in den 50er Jahren noch mit Hysterie reagiert, nicht wie heute mit Humor, Sarkasmus oder Zynismus. Der Schreck des 2. Weltkrieg steckte wahrscheinlich noch in den Knochen und eine neue Gefahr war schon im Anmarsch: Der Kommunismus.
Independence Day wurde zu einer Zeit wieder aufgelegt (1996), als einige Wissenschaftler vom Ende der Geschichte sprachen (Fukuyama – japanscher Wissenschaftler). An dieser Stelle greift das beschriebene Freund-Feind Schema ebnend auf außerirdische Ziele zu. Dieses Schema beschreibt, keines falls unkontrovers, die anthropologische Abgrenzung des Menschen. Auf Micro Ebene beschreibt das eine ICH-DU Abgrenzung und auf politischer Ebene eine VOLKSGEMEINSCHAFT („WIR“) – VOLKSGEMEINSCHAFT („DIE“). In diesem Film wird diese Theorie der Abgrenzung auf den Menschen im Gegensatz zu DEM Außerirdischen gemacht.
Die zukünftigen Irak, Afghanistan und Iran Filme werden nicht diesen Schema folgen und man kann gespannt sein, wie die Amerikaner darauf reagieren, sprich in welcher Art und Weise sie die Filme über diese Themen drehen und wie sie diese dann wahrnehmen.
Der Terrorismus sorgt für eine schleichende Auflösung des Freund-Feind Schemas, denn Feinde sind nicht mehr länger einfach zu verorten. Es geht nicht mehr länger Nation gegen Nation, Volksgemeinschaft gegen Volksgemeinschaft. Auf einmal kann der Feind in der eigenen Volksgemeinschaft eingebettet sein.
Natürlich sprechen wir hier von kulturellen Codes, die unbewusst die Geschicke kollektiver Strömungen begleiten und beeinflussen. Es sind Theoiren, die nicht sagen was man sieht, sondern versuchen Erklärungsansätze zu finden, warum man bestimmte Dinge in verschiedenen Art und Weisen betrachten und interpretieren kann. Wir sprechen von Gedanken, die sich Menschen über das Zusammenleben und das Wirken der Menschen Gedanken machen und methodisch versuchen valide Aussagen zu treffen.
mehr lesen unter:
Carl Schmitt, Der Begriff des Politischen, Text von 1932 mit einem Vorwort und drei Corollarien, 7.Auflage, 5. Nachdruck der Ausgabe von 1963. Dunker & Humblot, Berlin 2002.
Der Fremde – Freund oder Feind?, Überlegungen zu dem Bild des Fremden als Leitbild; [Kolloquium „Der Fremde – Freund oder Feind? Überlegungen zu dem Fremden als Leitbild“ vom 9. bis 10. Februar 2001 an der Friedrich-Schiller-Universität] / Hrsg. Jürgen Dummer und Meinolf Vielberg, Stuttgart, Steiner 2004.
Science Fiction, Critical Frontiers, Edited by Karen Sayer and John Moore (Hrsg.) USA, New York, ST. Martin’s Press, LLC 2000.
Political Science Fiction, Edited by Donald M. Hassler and Clyde Wilcox (Hrsg.), University of South Carolina Press, USA Columbia 1997.
Marcus Koch, Alien-Invasionsfilme, Die Renaissance eines Science-Fiction-Motivs nach dem Ende des Kalten Krieges, Hrsg. Klaus Kanzog, diskurs film, München 2002.
Albrecht Kiel, Gottesstaat und Pax Americana, Zur Politischen Theologie con Carl Schmitt und Eric Voegelin, Traude Junghans Verlag Cuxhaven & Dartford 1998.
Filmgenres Science Fiction, Recalm Hrsg. Thomas Koebner, Philipp Reclam jun. Stuttgart 2003.
John Johnson-Smith, American Science Fiction TV, Star Trak, Stargate and Beyond, I.B. Tauris, London, New York, 2005.
Jo Müller, Rolland Emmerich, Eine Werksbiografie, Köln vgs., 1998.
Der Tag hatte für Carlo Baldessarini eigentlich gut begonnen, doch die gute Laune des Kfz-Meisters schwand schnell, als ein Gebühreneintreiber der GEZ in seinem Betrieb auftauchte. Am Ende des Gesprächs sollte der Italiener gut 1000 Euro nachzahlen – obwohl er seine Radios seit Jahrzehnten angemeldet hatte.
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Der amerikanische Film hat eine sehr spezielle Wirkung auf die politische Gefühlslage der Welt. Vor allem das Science Fiction Genre, und innerhalb dieses, die Alien- Invasionsfilme haben eine ganz spezielle Aussage. Der Film Independence Day aus den 90er Jahre ist dabei als ein Paradebeispiel anzusehen.
Roland Emmerichs Independence Day ist als ein klassischer Science Fiktion Alien- Invasionsfilm einzuordnen mit einer starken Anlehnung an die Klassiker dieses Genres aus den 50er Jahren. Außerirdische bedrohen die Erde und die Menschheit hat nur die Chance sich auf ihre Stärken zu berufen und sich zu vereinen. Die Handlung ist typisch nach den Vorbildern der fünfziger Jahre gestrickt und besticht nicht durch einen spektakulär ausgeklügelten Plot. So wird auch in Independence Day der Genre übliche Plot beibehalten und ohne Sensationellen Überraschungen darauf aufgebaut.
Der Film Independence Day unterteilt sich in drei chronologisch aufeinander folgenden Akten und beginnt mit dem 2. Juli, zwei Tage vor dem amerikanischen Unabhängigkeitstag. Die Einblendung des Datums ist das erste Bild des Films. In der ersten Einstellung erblickt man die sich vom Mond aus nähenden Raumschiffe, erst als Schatten, dann im Ganzen, bedrohlich untermalt mit dem Titel, „1969 – We came in peace“, was von Anfang an klar macht, dass sie nicht in friedlicher Absicht kommen. Die Bedrohlichkeit wirft ihre Schatten voraus. So kommt es, während die Menschheit noch grübelt, was nun zu tun sei und wie man vorgehen sollte, zum Präventivschlag der Außerirdischen. Ihre Raumschiffe gehen überall auf der Welt in Stellung und platzieren sich in strategisch wichtigen Positionen, über allen wichtigen Städten der Welt und benutzen dafür das Satellitennetz der Menschen für die Koordinierung ihrer Angriffe. Die erste Angriffswelle der Aliens fällt vernichtend aus und die großen Städte der Welt liegen in Schutt und Asche.
Diese Ausgangsposition stellt den Beginn des zweiten Akts dar, den 3. Juli. Ein Plan geschmiedet wird geschmiedet, wie man gegen die Aliens vorgehen kann. Die Aussichten auf Erfolg sind gering, doch durchaus möglich. Der erhoffte Erfolg wird durch ein Computervirus erwartet, der mit dem Raumschiff der Aliens, was auf der Erde verweilt, eingeschleust werden soll.
Dies nun ist der Start in den dritten Akt des Films, den 4. Juli. Der Plan ist gemacht, der kollektive Gegenangriff der gesamten Menschheit um ihr überleben ist koordiniert, natürlich von den Amerikanern und nun folgt wohl die patriotischste Rede der gesamten Filmgeschichte, in der der Präsident der Vereinigten Staaten, die Menschheit auf ihren bevorstehenden Kampf vorbereitet. Es kommt zur Entscheidungsschlacht in der Luft und es findet sich auch ein Weg die Aliens zu vernichten. Der Film endet mit einem riesigen Feuerwerk über der Salzwüste von Nevada, verursacht von den Trümmern des Zerstörten Mutterschiffs der Aliens.
„Militant und patriotisch gesinnt werden wir die Fiesen E.T.’s zerschmettern, erzählt uns Emmerich […] [und] um die Political Correctness zu retten, gibt es dann wenigstens einen schwarzen und einen jüdischen Helden.“
Der Film selbst lässt wenig Fragen offen und hat eine klare Handlung. Dieser Film bewegt sich geradlinig auf einen Höhepunkt zu, überschreitet ihn und kulminiert in eine hoffnungslose Situation, um dann mit aller Gewalt und schnellen Schrittes sein Glückliches Ende zu finden.
Independence Day ist als Remake auf die Klassiker dieses Genres der 50er Jahre anzusehen und bedient sich auch sehr bewusst Methoden Klassischer Filme. Zum einen bedient er sich spezieller Beispiele aus den fünfziger Jahren. So geschehen nach der Invasion, was kommentiert wird mit der Aussage „like it’s the 1950s (ID 0:08:49) und zum zweiten zeigt Regisseur Roland Emmerich wie einige Jugendliche „The Day The Earth Stood Still (1951)“ im Fernsehen anschauen (Koch 2002: 15).
Weiterhin bemächtigt er sich auch gestalterische Mittel für den Aufbau, vor allem auch von Stanley Kubricks 2001: Odyssee im Weltraum, aus dem die Aufteilung in Akten mit der jeweiligen Untermalung der Musik entnommen wurde. Aber auch Elemente aus „Krieg der Sterne“ und „Krieg der Welten“ treten deutlich auf.
Die Form gibt sich im Gegensatz zum Inhalt sehr modern. Die Special Effekts und die große Geschwindigkeit der Bilder lassen den Zuschauer kaum zu Ruhe kommen. Independence Day schafft mit seinen faszinierenden Computerbildern eine Spannung, die einem ordentlichen Actionfilm gerecht wird und so gelingt es dem Film das lustvolle archaische Bedürfnis nach Jagen und Schießen zu befriedigen.
Die Frage die sich vordergründig stellt ist die Existenz des “Freund- Feind Schemas” in diesem Film. Jenes Konstrukt, welches so bezeichnend ist für die amerikanische Kultur.
Müssten zu Zeiten des relativen Friedens, wo es kein prägnantes Feindbild mehr gab, einfach die Aliens als dämonischstes aller Feindbilder herhalten? Brauchen “die Amerikaner” für eine ordentliche Außenpolitik ein Feindbild? Kann dieses Filmgenre nicht ohne dieses politische und Film- gestalterische Mittel auskommen? Kann die amerikanische Politik nicht ohne Feindbild handeln?
Die Gesichter einer Stadt lassen sich sehr eindrucksvoll und wohl am authentischsten in den Abendstunden und unter der Woche in den öffentlichen Nahverkehrsmitteln ausmachen. Man sieht zu dieser Zeit sehr deutlich, woher die Menschen kommen und wohin sie gehen, ob sie von Arbeit kommen, ob sie zur Arbeit fahren, ob sie zur Stadt gehören oder nicht.
Besonders spannend ist die Gruppe der von Arbeit kommenden. Egal welcher Arbeit sie nachgehen, entdeckt man in Ihren Augen die gleichen Elemente. Man sieht in Ihren Gesichtern, einen ausdrucksleeren, starren Blick, quasi blind durch den abend blickend, ohne Ziel in Ihren Augen, ohne Ausdruck – ohne Geist. Salopp gesprochen könnte (müsste) man sagen, „Die ziehen eine Fresse…“.
Eines Abends, mich selbst erblickend, mich spiegelnd in einer Bahnscheibe auf meinem Weg nach Hause, sah ich zum ersten mal mein eigenes ausdruckslose Gesicht, leer mich anschauend, hindurch schauend, weg schauend… Woher kommt dieses Gesicht, dieser Ausdruck, der nicht zu mir gehört, mir jedenfalls unbekannt scheint.
Mir kam eine Künstlerin in den Kopf, die von anderen Künstlern Fotos (Portraits) nach Ihren Auftritten macht und etwas ziemlich interessantes festgestellt hat: eine Art Zwischenzustand, ein Zwischengesicht. Bei Schauspielern, die nach getaner Arbeit ihre Rolle noch nicht ganz abgelegt haben, aber auch noch nicht ganz wieder der Privatmensch sind.
Dieser scheinbare Schwebezustand scheint nicht nur bei Künstlern zu beobachten sein, sondern auch bei ganz „normalen“ Menschen. Seine Arbeitsrolle schon abgelegt, aber nicht ganz wieder der Privatmensch, schwebt man in einem Zustand völliger Rollenunzugehörigkeit, auch am verletzlichsten zeigt man sich, da keinen Schutzmantel tragend.
Bei Künstlern und hierbei vor allem bei Schauspielern fällt die Rollenzugehörigkeit natürlich am ehesten und vor allem am deutlichsten auf. Man stelle sich doch einfach mal Charlize Theron nach einem Arbeitstag zum Dreh des Films Monster vor. So tief in einer Rolle verankert fällt es wohl auch schwer, aus dieser abends so einfach auch wieder raus zu kommen, der Mensch wird ein Teil von ihr. Heath Legder in der Rolle des Joker musste seinen Job höchstwahrscheinlich sogar mit dem Tod bezahlen….
Was am Ende übrig bleibt sind die Gesichter einer Stadt, die abends durch die Straßen Irren. Schwebende Geister die zurück zu Ihren Rollen Eilen um Ihren Schwebezustand verlassen zu können.
Helden der Menschheit, um mal diesen durchaus pathetischen Ausdruck zu gebrauchen, zeichnen sich meist durch mindestens eine Gemeinsamkeit aus: Sie sterben früh und plötzlich, (zumindest in den Augen der Außenstehenden). Und doch genau dieser Umstand macht Sie zu Helden und lässt Sie in den Augen vieler unsterblich werden.
Was ist nun eigentlich ein Held. Wikipedia definiert Held als eine Person (zumeist auch männlich in dieser unserer patriarchalischen Welt), der ausgestattet mit besonders herausragenden Fähigkeiten oder Eigenschaften, er vermag besonders herausragende Leistungen zu voll bringen, sog. Heldentaten. „Ein Held setzt sich uneigennützig für eine Sache ein und ist dabei bereit, Opfer zu bringen und sein eigenes Leben einzusetzen, wobei er eine Vorbildfunktion erfüllt, mutig und willensstark ist. Generell dürfte aber gelten, dass der Heldenruhm eine Frage der Anschauung und nicht der Idee ist…[...]“ berichtet Wikipedia dann weiter.
Das interessante am Heldentum ist im Grunde, dass man in vielen Fällen den Spieß sogar umdrehen müsste, und sagen könnte, sie werden als Helden bezeichnet, weil sie früh und plötzlich sterben. Menschen wie Michael Jackson oder Elvis Presley hinterlassen nach Ihren Tod eine aktive Fan-Gemeinde. Sie gehen plötzlich und verwandeln sich quasi in Märtyrer.
Man könnte annehmen, dass Sie auch Helden geworden wären, wenn sie normalen Alters gestorben wären, allerdings dann wohl eher als „historische“ Helden und nicht als Helden der Massen.
Der besondere Unterschied besteht darin, dass die einen, die „historischen“ Helden ein ganz andere Außenwahrnehmung genießen würden. Sie wären in einem historischen Kontext „gefangene“ Helden, einer von Historikern geschriebenen Geschichte.
Anders der Held der Massen, der unmittelbar für eine große Gruppe von Menschen als Held zu identifizieren ist. Der maßgebliche Grund besteht im „Unmittelbaren“: Menschen, vor allem bekannte und verehrte Musiker oder Filmschauspieler, hinterlassen eine aktive Fan-Gemeinde und einen aktiven Kult, der sich bei den Massen in pure Verzweiflung über das plötzliche Ableben ihres Idols äußert und in Glorifizierung, Mystifizierung – letztendlich in der Kreation eines Helden mündet.
Helden sterben früh, sonst wären sie wohl auch keine Helden, die meisten jedenfalls nicht, denn nur die allerwenigsten können ihren Glanz und ihre Ausstrahlung bis ins hohe Alter für die Massen aufrechterhalten.
„Der Tod ist ein Problem der Lebenden“ (Norbert Elias), so müssen Angehörige und Freunde, Fans und Verehrer damit fertig werden, dass ein Mensch, in Ihren subjektiven Augen gesehen viel zu früh gestorben ist, ohne seine Werk vollenden zu können. Aber genau diese Unvollkommenheit, dieses nicht „beenden-können“, macht Menschen unsterblich und zu Helden. Sie werden zum Messias, der all Ihr Leid auf sich genommen hat und für die Welt und seiner Anhänger gestorben ist.