Filmkritik: Fear & Loathing In Las Vegas

Hunter S. Thompson gilt nicht unbedingt als der gesellschaftskonformste Autor seiner Zeit. Vielmehr im Gegenteil ist sein Werk, aber auch seine Person, oftmals von Provokation, Polemik und einer rebellischen Attitüde der Genuss-Befürwortung belegt. Seine verworrene, trunkenhafte Psyche legt er gerne in seinen Romanen dar. So auch in Fear & Loathing in Las Vegas, das von Terry Gilliam (12 Monkeys, Brazil) verfilmten Drogen-Epos mit überstylisierten und psychedelischen Elementen.

Fear & Loathing In Las Vegas ist die Geschichte – oder auch die Illusion, der Traum, die psychische Welt – eines Sportjournalisten, der Hunter S. Thompsons Alter Ego entspricht. Er startet eine transzendale, wilde Reise nach Las Vegas durch die Wüste die von Drogen ausgelöster Paranoia und vielen Schweißausbrüchen begleitet wird. In der Stadt findet ein besonderes Event statt, doch die Protagonisten wollen lieber im Casino spielen und high auf LSD sein. Letztendlich passiert daneben auch nicht viel mehr, doch umso unterhaltsamer üfr den Zuschauer.

Thompsons Metaphern in seiner Erzählung sind deutlich und klar, doch erst Gilliams bilderhafte Umsetzung macht einem nüchternen Menschen erst klar, wie die Welt für jemanden aussehen muss, der sich tagelang psychedelischer Substanzen hingibt. Wer sich gefragt hat: wie ist die Perspektive auf die surreale Welt der Drogenkonsumenten, wie sieht diese Welt aus, der kann sich Gilliams Vorstellung durchaus zu Herzen nehmen. In ihrer ganzen Absurdität bleibt die Story als auch die Umsetzung immer authentisch- so als ob man sich selbst in einem Körper befindet, der unter dem Einfluss unkontrollierbarer Mächte steht.

Dabei ist die Vorstellung von Gilliams LSD Trip, der in dem großartigen Schauspieler Johnny Depp zu Leben erwacht, nicht nur die einer positiven, lustigen; sie zeigt Höhen und Tiefen des Trips gleichermaßen. Sie verbirgt weder, dass es sich hier um ein hochgreifendes, fantastisches Gefühl handeln muss, welches die Sphären aller gedanklicher Dimensionen sprengt, noch dass diese Halluzigene zerstörerisch und brutal wirken und ihre Konsumten ohne Rücksicht behandeln.

In der Stadt von Roulette und Poker und den glitzernden Boulevards der Dekadenz findet sich ein perfekter und doch übertriebener Hintergrund für diese Geschichte. Die Stadt selbst scheint an vielen Städten wie ein drogenreicher Trip in ein anderes Bewusstsein und wird als kulturelles Symbol für den Ausbruch aus dem Alltag verwendet. Insofern kommt Las Vegas als Rahmen für die Erzählung unfehlbar zum Tragen und betont nur noch die Absurdität, in derer sich Thompson hin und wieder verfängt.

Abschließend kann man sagen, dass Fear & Loathing in Las Vegas nichts für schwache Nerven ist, aber einen wunderbar-exzentrischen Einblick in eine bunte, traurige Welt liefert.

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1 comment

One Reply

  1. … einer der besten Filme!
    Algemein finde ich den Quentin als Reggiseur einfach am besten.


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