Die Inszenierung kultureller Landschaften: Landschaftsmalerei und Naturdarstellung
Die Landschaftsmalerei entwickelte sich von der reinen Darstellung der Natur, hin zur perfekten Inszenierung von kulturellen Landschaften. Es fing an mit der Betrachtung der Natur und dem Erkennen ihrer Schönheit. Man entdeckte den malerischen Charakter in der Natur und das dieser eine spezielle Wirkung auf die menschliche Seele hat. Die „Bilderlandschaften“, die vor allem zu Zeiten der Renaissance gemalt wurden, waren keine Abbildungen der Natur. Es waren Landschaften, die vom Menschen geschaffen wurden. Es verdeutlicht in gewisser Art und Weise, wie die Menschen die Natur zur Zeit der Renaissance erlebten und wie die Menschen begannen, die Natur überhaupt wahrzunehmen.
Das kulturelle Phänomen Landschaft ist ein Produkt des Menschen. Landschaft ist nichts in der Natur Vorkommendes. Es ist vielmehr von dem Menschen „kultivierte Natur“, das heißt: durch menschliche Arbeit geschaffenes Land. Die theoretische Betrachtung des Phänomens Landschaft begann in der Neuzeit und wurde durch die Landschaftsmalerei ermöglicht. So wie die Renaissance im 19. Jahrhundert als solche benannt und theoretisch behandelt wurde (Jacob Burckhardt), so wurde auch die Landschaft erst viel später zu einem kulturellen Phänomen und zu einem kulturellen Paradigma.
Die Natur stellt sich in der Landschaftsmalerei entstellt dar. Sie entzieht sich förmlich ihrer Darstellung. Auch wenn man Natur auf dem Bild sieht, ist es dennoch keine Natur. Es ist nicht die Natur, die wir sehen, sondern viel mehr das, was der Maler in ihr sieht, wahrnimmt und somit zeichnet. Die meist so phantastisch, kreierten Landschaften kommen in dieser Form in der Natur nicht vor. Sie zeigen vielmehr, wie jene Maler die Natur zur damaligen Zeit erlebten.
Literatur zur Landschaftsmalerei:
Univie (Stand: 2007):
URL: http://homepage.univie.ac.at/elke.mader/natur_landschaft.pdf
Wapedia (Stand: 2007):
http://wapedia.mobi/de/Landschaftsmalerei
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